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Bereits in der Vergangenheit wurden immer wieder unzählige E-Mails mit Versprechungen auf Rückzahlungen oder Warnungen an Menschen in Österreich versendet. Dabei geben sich die Betrüger häufig als FinanzOnline, BMF oder die ÖGK aus. Ziel ist es, an die persönlichen Daten bzw. Kontoinformationen der Empfänger zu gelangen. Finanz.at hat mehrfach berichtet.
Betrüger versprechen eine Steuerrückzahlung
Die betrügerische Nachricht trägt den Betreff „Identitätsnachweis zur Freigabe Ihrer Erstattung“ und erweckt den Eindruck, von FinanzOnline zu stammen. Empfängern wird mitgeteilt, ihre Steuerakte für das Jahr 2025 sei bereits geprüft worden und eine Erstattung stehe zur Auszahlung bereit.
Damit das Geld überwiesen werden könne, müsse allerdings zunächst ein „einmaliger Identitätsnachweis“ durchgeführt werden. Ein großer Button mit der Aufschrift „Identität bestätigen & Erstattung freigeben“ soll anschließend zur vermeintlich sicheren FinanzOnline-Plattform führen. Zusätzlich wird Druck aufgebaut: Ohne Identitätsnachweis könne die Erstattung nicht freigegeben und überwiesen werden.
Absender verrät den Betrugsversuch
Spätestens ein Blick auf die tatsächliche Absenderadresse entlarvt die Nachricht. Zwar erscheint als Absendername „FinanzOnline.at“, verschickt wurde die E-Mail laut vorliegendem Nachrichtenkopf jedoch von einer Adresse mit der Domain miumg.edu.gt. Eine Verbindung zum österreichischen Finanzministerium oder zu FinanzOnline ist damit nicht erkennbar.
Auch der hinterlegte Link ist auffällig. Der Button zur angeblichen Identitätsbestätigung verweist nicht direkt auf eine offizielle FinanzOnline-Adresse, sondern auf einen Google-Share-Link. Persönliche Daten oder Zugangsdaten sollten über einen solchen Link keinesfalls eingegeben werden.


Versteckte Inhalte im HTML-Code
Besonders interessant wird die Betrugs-Mail beim Blick in ihren HTML-Code. Dort befindet sich ein für den Empfänger unsichtbarer Rechnungsblock in griechischer Sprache. Darin wird eine angebliche Rechnung eines Unternehmens namens „SEB Services“ über insgesamt 5.146 Euro dargestellt. Mit der sichtbaren FinanzOnline-Nachricht hat dieser Inhalt nichts zu tun.
Zusätzlich enthält die Nachricht einen ausdrücklich als „ghost-ink“ bezeichneten versteckten Bereich. Darin stehen längere englische Texte über unter anderem einen Gemeinschaftsgarten, das Wetter und die Renovierung einer Bibliothek. Diese Passagen werden dem normalen Empfänger nicht angezeigt.
Damit nicht genug: Im weiteren HTML-Code befinden sich umfangreiche Bestandteile einer Klarna-Nachricht mit Informationen zur Klarna-App, Sicherheitsfunktionen und zahlreichen Klarna-Links. Auch diese Inhalte sind völlig unabhängig von der angeblichen FinanzOnline-Erstattung.
FinanzOnline niemals über solchen Link öffnen
Die Kombination aus falscher Absenderadresse, ungewöhnlicher Weiterleitung und versteckten fremden Inhalten macht den Betrugsversuch deutlich. Besonders gefährlich ist dabei die Aussicht auf eine Steuerrückzahlung: Sie soll Empfänger dazu bringen, möglichst schnell auf den Button zu klicken und den angekündigten „Identitätsnachweis“ durchzuführen.
Wer eine Nachricht über eine angebliche Rückzahlung erhält, sollte FinanzOnline daher nicht über einen Link aus einer verdächtigen E-Mail öffnen. Stattdessen kann unabhängig von der Nachricht direkt auf die offizielle FinanzOnline-Plattform zugegriffen und dort geprüft werden, ob tatsächlich eine entsprechende Mitteilung oder Gutschrift vorliegt.
Mehr Informationen: FinanzOnline