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Wer regelmäßig bei Online-Shops außerhalb der EU bestellt, muss sich auf deutlich höhere Kosten einstellen. Mehrere neue Abgaben sollen Billigimporte aus Drittstaaten verteuern und den heimischen Handel stärken. Wer online bestellt, ist durch die neue Steuer also mit zusätzlichen Kosten ab Oktober 2026 konfrontiert.
Nach Einschätzung von Post-Generaldirektor Walter Oblin könnten sich die Zusatzkosten künftig auf bis zu 7,40 Euro pro Paket summieren, wie die Krone berichtet.
Drei neue Abgaben kommen zusammen
Die Mehrkosten setzen sich aus mehreren Maßnahmen zusammen:
- Seit 1. Juli: EU-Einfuhrgebühr in Höhe von 3 Euro
- Ab 1. Oktober: österreichische Paketsteuer von bis zu 2,40 Euro
- Ab 1. November: zusätzliche EU-Bearbeitungsgebühr von 2 Euro
In Summe ergibt das Mehrkosten von bis zu 7,40 Euro je Paket.
Paketsteuer startet im Oktober
Die österreichische Paketsteuer wird mit 1. Oktober 2026 eingeführt. Grundsätzlich beträgt die Steuer 2 Euro pro zugestelltem Paket. Sie betrifft Unternehmen des Versandhandels, deren Versandumsätze nach Österreich im vorangegangenen Wirtschaftsjahr mehr als 100 Millionen Euro erreicht haben.
Die neuen Regeln gelten für alle Paketzustellungen, bei denen die Steuerschuld nach dem 30. September 2026 entsteht.


Warum die Steuer eingeführt wird
Die Bundesregierung begründet die neue Abgabe mit dem starken Wachstum des Online-Handels. Durch die stark gestiegene Zahl an Paketsendungen sollen unter anderem Umweltbelastungen reduziert, der stationäre Handel gestärkt und Innenstädte und Ortskerne unterstützt sowie ein Beitrag zur Finanzierung anderer Entlastungsmaßnahmen geleistet werden.
Laut Budgetbegleitgesetz dient die Paketsteuer unter anderem der Gegenfinanzierung der geplanten Umsatzsteuersenkung auf ausgewählte Lebensmittel.
Erste Auswirkungen bereits sichtbar
Nach Angaben der Österreichischen Post zeigen die neuen Gebühren bereits Wirkung. Demnach ist die Zahl der Pakete von chinesischen Billigplattformen in den ersten beiden Juliwochen gegenüber dem bisherigen Niveau um rund 50 Prozent zurückgegangen.
Post-Chef Walter Oblin geht gegenüber der Krone dennoch davon aus, dass Online-Shopping dadurch nicht verschwinden werde. Die höheren Kosten könnten den Einkauf bei internationalen Billiganbietern zwar bremsen, den Trend zum Online-Handel aber nicht stoppen.
Zustellung bleibt trotz Engpässen stabil
Oblin räumte gleichzeitig ein, dass es vereinzelt zu Verzögerungen bei der Zustellung kommen könne. Urlaubszeiten oder Krankenstände könnten kurzfristig zu Engpässen führen.
Angesichts von jährlich rund 465 Millionen Briefen und 232 Millionen Paketen sowie rund 20.000 Beschäftigten seien einzelne Fehler jedoch nicht vollständig vermeidbar.