Neue Berechnung für 2026: Steuern & Abgaben steigen in Österreich wieder an

Die Abgabenquote ist laut OECD-Studie für 2026 in Österreich wieder angestiegen. Im EU-Vergleich belegt Österreich damit den vierten Platz der Länder mit den höchsten Abgaben. Alle Details dazu findet man hier auf Finanz.at.

05.09.2026, 07:30 Uhr von
Inflation
Bildquelle: Finanz.at (Montage) / Inflation
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Arbeit bleibt in Österreich im internationalen Vergleich besonders hoch belastet. Das zeigt eine aktuelle Auswertung der OECD. Demnach weist Österreich die vierthöchste Abgabenbelastung auf Arbeit unter den Industrieländern auf.

Nur Belgien, Deutschland und Frankreich verlangen ihren Beschäftigten und Unternehmen noch höhere Abgaben auf Arbeit.

Fast die Hälfte der Lohnkosten fließt an den Staat

Laut OECD beträgt die sogenannte Abgabenquote auf Arbeit in Österreich 47,1 Prozent. Das bedeutet: Von 100 Euro, die ein Arbeitgeber insgesamt für einen Arbeitnehmer aufwendet, kommen weniger als 53 Euro tatsächlich beim Beschäftigten an. Der Rest entfällt auf Steuern sowie Sozialversicherungsbeiträge von Arbeitnehmern und Arbeitgebern.

Sozialabgaben treiben die Belastung nach oben

Der Hauptgrund für die hohe Gesamtbelastung ist laut OECD nicht die Lohnsteuer allein. Vielmehr sorgen vor allem vergleichsweise hohe Sozialversicherungsbeiträge der Arbeitnehmer, hohe Dienstgeberbeiträge sowie die Lohnnebenkosten dafür, dass Arbeit in Österreich teurer ist als in den meisten anderen OECD-Staaten.

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Abgabenbelastung sogar leicht gestiegen. Ein Grund dafür ist unter anderem das Aus des Klimabonus. Dieser hatte einen Teil der Steuer- und Abgabenbelastung bisher ausgeglichen. Nach seinem Wegfall bleibt vielen Beschäftigten netto weniger vom Einkommen übrig.

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Singles zahlen deutlich mehr als der OECD-Durchschnitt

Ein durchschnittlicher alleinstehender Arbeitnehmer ohne Kinder gibt laut OECD rund 32,5 Prozent seines Bruttoeinkommens für Lohnsteuer und Sozialabgaben aus.

Im Durchschnitt aller OECD-Länder liegt dieser Wert lediglich bei etwas mehr als 25 Prozent. Damit zählt Österreich auch bei der direkten Belastung von Arbeitnehmern weiterhin zur Spitzengruppe.

Familien werden stärker entlastet

Etwas günstiger fällt die Situation für Familien aus. Durch Familienbeihilfe, steuerliche Begünstigungen und weitere familienpolitische Leistungen zahlen Haushalte mit Kindern in Österreich deutlich weniger Abgaben als Alleinstehende.

Trotz dieser Entlastungen liegt die Gesamtbelastung auch für Familien im internationalen Vergleich weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau.

Hohe Abgaben bleiben wirtschaftliches Thema

Die hohe Belastung wirkt sich nicht nur auf Arbeitnehmer aus, sondern auch auf Unternehmen. Höhere Lohnnebenkosten verteuern Beschäftigung und können die Wettbewerbsfähigkeit beeinträchtigen.

Vor diesem Hintergrund wird seit Jahren über Reformen diskutiert. Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem eine Senkung der Lohnnebenkosten sowie Änderungen im Steuer- und Abgabensystem.

Österreich bleibt im internationalen Spitzenfeld

Die aktuelle OECD-Auswertung zeigt, dass sich an der grundsätzlichen Situation wenig geändert hat: Österreich gehört weiterhin zu den Ländern mit den höchsten Abgaben auf Arbeit. Damit bleibt die Entlastung von Beschäftigten und Unternehmen eines der zentralen wirtschafts- und finanzpolitischen Themen.

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aktualisiert: 05.09.2026, 07:30 Uhr
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Daniel Herndler
Email: dh@finanz.at
Chef-Redakteur, Ressort-Leiter Steuern und Finanzen
Daniel Herndler ist Wirtschaftsjournalist, Herausgeber und Chef-Redakteur des Nachrichtenportals Finanz.at. Seine Schwerpunkte liegen in den Bereichen Steuern, Finanzen und Wirtschaft.
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